Sinusprojekt an der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule fördert Verstehen im Mathematikunterricht

Die Wilhelm-Kraft-Gesamtschule nimmt seit einem Jahr am Projekt Sprachförderung im Mathematikunterricht des Sinusprojektes teil.  Sinus ist ein Projekt, das nach der Pisastudie 2000 begonnen wurde, um die Fähigkeiten von Schülern im mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterricht zu verbessern und zu erweitern.

Lehrerinnen der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule treffen sich dabei alle zwei Monate mit Kollegen der Otto-Schott-Realschule Witten, der Lessingschule Bochum und des Bert-Brecht-Gymnasiums aus Dortmund und stellen sich gegenseitig neue Ideen und erprobte Materialien aus dem Unterricht vor.

Außerdem wird über den eigenen Tellerrand geschaut: Hospitationen im Unterricht der anderen Schulformen gehören ebenfalls dazu.

Die Konzepte und Materialien, die entwickelt werden, sollen den Schülerinnen und Schülern helfen Aufgabentexte und Textaufgaben ohne Hilfe zu verstehen und selbstständig zu bearbeiten. Vielen Kindern fehlen nicht die mathematischen Fähigkeiten, sie verstehen oft bereits die Aufgabenstellung nicht und verlieren dann Mut und Selbstvertrauen die Aufgabe zu lösen. „Diese Erfahrung machen viele Lehrer in der Sekundarstufe I - in allen Schulformen“ berichtet Sinuskoordinatorin Cornelia Witzmann von der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule. „Im Sinusprojekt versuchen wir die Lehrerinnen und Lehrer für die besonderen sprachlichen Anforderungen im Fach Mathematik zu sensibilisieren und den Schülerinnen und Schülern neue Wege zu öffnen, um die Bildungssprache zu erlernen.“

„Ich führe Fachwörter jetzt über die Alltagssprache ein und versuche noch mehr das Vorwissen der Schüler zu aktivieren. Außerdem gebe ich mehr Sprechanlässe in den Unterricht.“ „Meine Schüler müssen die Sprache jetzt mehr in Bilder übersetzen, um besser zu verstehen.“ „Ich formuliere Aufgabenstellungen jetzt viel präziser und sorgfältiger, so dass die Schülerinnen und Schüler auch ausführlicher antworten können. Insgesamt lege ich mehr Wert aufs Schreiben beim Begründen und Erklären im Mathematikunterricht“, so einige Lehrerstimmen aus dem Projekt.

Bei den Schülerinnen und Schülern kommt das unterschiedlich gut an. „Haben wir Deutschunterricht oder Mathematikunterricht?“ - ist eine Frage, die sich die sprachsensiblen Lehrer schon oft anhören durften.  Aber viele Schülerinnen und Schüler merken, dass die bewusste Beschäftigung mit der mathematischen Sprache hilft. „Ich traue mich jetzt Aufgaben auszuprobieren. Wir haben einen Textaufgabenknacker bekommen, der mir hilft.“ Auch die Mitarbeit in Unterrichtsgesprächen hat bei vielen Schülerinnen und Schülern zugenommen.

Einige der Ergebnisse dürfen die Koordinatorinnen und Teilnehmer am 17.02.16 auf der didacta in Köln präsentieren und die erfolgreichen Konzepte und Materialien aus ihrem Unterricht so einem breiteren Publikum zur Verfügung stellen.