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 nach dem pädagogisch-therapeutischen Konzept von Hildburg Aufrecht:

Die "Nahrung" Rechtschreibung kann von einem Kind nicht verwertet werden, wenn nicht gleichzeitig eine Lockerung der "Fesseln" Angst, Unruhe, Verweigerung ... angestrebt wird."

H. Aufrecht

Grundlage des Konzeptes

Hildburg Aufrecht, Sonderschullehrerin an einer Gesamtschule, hat die Unterrichtseinheit für Gruppen von maximal 8 extrem rechtschreibschwachen Kindern entwickelt.

Da die Mehrzahl unserer Schülerinnen und Schüler nicht so extrem rechtschreibschwach sind, führen wir den Förderunterricht seit 1987 erfolgreich mit Gruppen von 14 Kindern durch.

Die "rechtschreibschwächere Hälfte" einer Klasse 5 und 6 erhält zur Zeit also zwei Stunden Förderunterricht pro Woche.

Auswahl und Dauer der Teilnahme

Die Auswahl der 14 rechtschreibschwächsten Kinder trifft die Deutschlehrerin/der Deutschlehrer in Absprache und Beratung mit den Klassenlehrern und -lehrerinnen.

In den ersten drei bis vier Schulwochen sollten die Förderstunden im Klassenverband (oder in wechselnden Kleingruppen) durchgeführt werden.

Hier hat die Deutschlehrerin/der Deutschlehrer dann Gelegenheit, die Auswahl der 14 Kinder behutsam vorzunehmen.

Auswahlkriterien sollten sein:

  • hohe Anzahl von Rechtschreibfehlern
  • hierbei: hohe Anzahl von Wahrnehmungsfehlern
  • (Regelfehler sollten weniger Beachtung finden!)
  • mangelnde Lesefähigkeit
  • Grundschulnote "mangelhaft" in RS
  • Konzentrationsschwächen, Unselbstständigkeit
  • Artikulationsstörungen

Zur Diagnose empfiehlt H. Aufrecht die Durchführung eines genormten Rechtschreibtests (DRT oder WRT).

Genaue Beobachtung der Kinder, ihres Schreibverhaltens und ihrer Fehler, kann in Verbindung mit ein oder zwei kleinen Testdiktaten ebenfalls zu einer klaren Diagnose und Auswahl führen.

Ist die Diagnose abgeschlossen, werden (mit Hilfe eines Vordrucks) die Eltern der Kinder informiert, die am Förderunterricht teilnehmen werden.

Der Deutschlehrer/die Deutschlehrerin gibt außerdem die Liste der teilnehmenden Kinder in die Klassenliste ein.

Die Kinder bleiben nun mindestes bis zum Ende des Halbjahres in der Fördergruppe. Vereinzelte Wechsel müssen in den Laufbahnkonferenzen (LBK) 2 und 4 bekannt gegeben (und ebenfalls in die Klassenliste eingetragen) werden.

Ein Wechsel der Zuweisung erscheint auf dem Zeugnis.

Unterrichtsansätze und Unterrichtsprinzipien
"Entsprechend des komplexen Ursachen- und Erscheinungsbildes einer jeden Rechtschreibschwäche muss auch die Behandlung differenziert und vielschichtig ansetzen.
Sie muss die Gesamtpersönlichkeit des Kindes im Blick haben ..."

Ein angenehmes, offenes Lernklima ist die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg des Förderunterrichts.

Die beiden Stunden sollten die Lieblingsstunden der Kinder werden (obwohl - oder gerade weil - die anderen frei haben, d. h. nicht teilnehmen dürfen).

Pädagogisch-didaktische Prinzipien des Förderunterrichts sind:

  • Ermöglichen von Erfolgserlebnissen,
  • Fördern der intrinsischen Motivation,
  • Ansprechen von Spielfreude, Neugier, Lernfreude,
  • Orientieren am Erfahrungshintergrund der Kinder,
  • Wechsel zwischen Entspannung und Aktivität,
  • Anbieten methodisch vielseitiger Aufgaben.
Kern des Konzeptes

 

  • ist die Behebung der auditiven Wahrnehmungsfehler wie Lautunterscheidungsfehler/Differenzierungsfehler/Fehler in Grob- und Feingliederung, denn Lücken in diesem Bereich lassen sich im normalen Deutschunterricht, aber auch durch reine Rechtschreibübungen nicht mehr schließen!
  • ist die Schaffung neuer Motivation.
  • ist der Aufbau einer überlegten, sorgfältigen Arbeitsweise (reflexiver Arbeitsstil), die allen Fächern zugute kommt.
Aufbau der Unterrichtseinheiten 
  1. Eingangsphase
  2. Grobgliederung
  3. Entspannungsübungen*
  4. Reflexivitätstraining*
  5. Feingliederung*
  6. Lautunterscheidung*
  7. Musikmalen*
  8. evtl. Regeln lernen / evtl. Einführung in das Diktat schreiben

Die mit * gekennzeichneten Unterrichtseinheiten sind integraler Bestandteil des Förderunterrichts über die Dauer von zwei Jahren und in nahezu jeder Stunde einzusetzen.