Schule gegen Rassismus

Westfälische Rundschau (WR) WAZ 29.03.2007

Schule gegen Rassismus


Bei einem Festakt nahmen die Schüler gestern die Auszeichnung "Schule ohne Rassismus" entgegen. Foto: Kreikenbohm

89 Prozent der Gesamtschüler unterschrieben eine Erklärung gegen Fremdenfeinlichkeit. [...]

"Wir sind eine Schule ohne Rassismus", betonen die Schüler der Gesamtschule Haßlinghausen gestern. In einer Feierstunde nehmen sie dafür sogar eine Plakette in Empfang. Mit Musik und Tanz geht auch eine Projektwoche zum Thema Rassismus zu Ende.

Vereinzelt hätten in letzter Zeit Schüler versucht, Hakenkreuze auf die Tische zu malen, sagt SV-Lehrerin Heike Hochreuther. Manchmal rufe einer: "Du Kanacke". Meist allerdings weniger aus fremdenfeinlichen Hintergründen, sondern vielmehr, um sich wichtig zu machen.

In einer Erklärung sollten sich die Schüler dazu verpflichten, auf Rassismus zu verzichten und einzugreifen, wenn sie von etwas fremdenfeindlichen Übergriffen mitbekommen. "89 Prozent der Schüler haben unterschrieben", sagt Heike Hochreuther.

Mit dem Rest habe die SV das Gespräch gesucht. Einige seien krank gewesen. "Manche haben auch Faulheit vorgeschoben." Die SV-Lehrerin betont, dass alle Lehrer unterschrieben hätten. "Beim Tag der offenen Tür haben auch einige Eltern ihre Unterschrift abgegeben", freut sich Heike Hochreuther.

In einer Projektwoche hatten die Klassen das Thema Rassismus aufgearbeitet. Auf Plakaten haben die Schüler festgehalten, was sie gelernt haben. Zum Beispiel etwas zur Geschichte von Rassismus. "Wir wollen, dass sich die Schüler auch untereinander kennen lernen", sagt Heike Hochreuther. Die Projektwochen zum Thema Rassismus soll es an der Gesamtschule künftig einmal jährlich geben. Dazu verpflichtet sich die Schule mit der Auszeichnung der Bundesorganisation "Schule gegen Rassismus".

29.03.2007
Von Arne Poll