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Antirassismus-Tag 2010: Sinti und Roma

Sinti und Roma? Kenn ich nicht! Sind dass nicht Zigeuner? Sind das denn Deutsche? Die leben in Wohnwagen! Das sind Künstler, vor allem Musiker! - Diese und ähnliche Antworten hörten wir von Schülerinnen und Schülern unserer Schule, als wir in einer kleinen Vorbereitungsgruppe begannen, auf die Situation der Volksgruppe der Sinti und Roma in Deutschland aufmerksam zu machen.

Teilweise war das, was die Jugendlichen in ihrer Umwelt erfahren hatten, nicht grade freundlich, in jedem Fall aber vorurteilsgeladen. Ein Grund mehr, sich näher mit ihrer Lebenswirklichkeit auseinanderzusetzen

Schon seit einiger Zeit hatten die Schulbibliothekarin Frau Kulbarsch und die Schulsozialpädagogin Frau Niephaus viel Material zusammengetragen und damit begonnen, die Schulgemeinschaft für dieses, wie es schien recht, ungewöhnliche Thema zu interessieren.

Den Durchbruch für die Bemühungen brachte erst die Kontaktaufnahme mit dem Landesverband der Sinti und Roma in NRW, der uns freundlicher Weise eine Info-CD zur Vorbereitung in den Klassen zur Verfügung stellten. Außerdem nahmen der Vorsitzende des Landesverbands, Herr Roman Franz, unsere Einladung zum Antirassismus-Tag an, um bei einem Podiumsgespräch Fragen der Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 9 und 11 zu beantworten.

Vorbereitet wurde die Veranstaltung mit Hilfe einiger Schülerinnen und Schüler aus dem 9. Jahrgang, die sich im Vorfeld einige Fragen zu verschiedenen Themenfeldern überlegt hatten. So befragte Carolin (9E) Herrn Franz nach der Gründung des Landesverbandes und seiner Aufgaben. Nicole (9E) und Charleen (9F) wollten Infos über die Situation der Sinti und Roma während des Nationalsozialismus, in dem die Verfolgung einen Höhepunkt gefunden hatte. Der Rassenwahn forderte das Leben von ca. 600.000 Menschen dieser, (leider erst) seit 1995 anerkannten nationalen Minderheit. Sharifa (9C) wollte wissen, was die Bezeichnung Zigeuner für Herrn Franz bedeutet. Nach den Interviewfragen folgten weitere Fragen aus dem Publikum, so z.B. über die weltweite Sprache der Sinti und Roma, das Romanes, von dem uns Herr Franz dann auch eine Kostprobe gab. Die Schülerinnen wollten aber auch wissen, wie z.B. die Rolle der Frau bei traditionsbewussten Sinti und Roma aussieht. Ein Schüler fragte zuletzt nach: „Was unterscheidet denn eigentlich Sinti von anderen Deutschen?“ Denn Herr Franz hatte deutlich gemacht, dass es zwar das Romanes als eigene Sprache und eine starke Stellung familiäre Bindung bei den Sinti und Roma gibt, diese sich aber ansonsten nicht augenfällig von der Merhheitsgesellschaft abheben.

Roman Franz stand allem Rede und Antwort und fragte an dieser Stelle ins Publikum zurück? „Was ist denn für euch deutsche Kultur?“ Auch das eine Frage, die nicht so einfach zu beantworten war.

Die Sinti, seit Jahrhunderten in Deutschland, sehen sich als Teil der deutschen Gesellschaft, mit dem Anspruch, innerhalb dieser Gesellschaft als Minderheit anerkannt zu sein.

 

Christine Niephaus